Unsere Vereinsgeschichte (1903 - 1938)
 
Die Satz- und Wortformulierungen unserer Chronik sind teilweise nicht ehr zeitgemäß, weil sie aus älteren Chroniken übernommen wurden.

Es war im Frühjahr 1903 als im Gasthaus zum Löwen (Leonhard Noll) 18 Männer zusammenkamen um den Radfahrsport , der bis dahin noch sehr im argen lag zu fördern. Man beschloß einen Radfahrerverein zu gründen, und ihm den Namen "Freie Radfahrervereinigung" zu geben. Sofort wurde ein Vorstandswahl vollzogen. Erster Vorsitzender wurde Joh. Michael Gebhardt, Schriftführer Adolf Brückmann, Kassierer Jakob Franz, Beisitzer Georg Winkler, Leonhard Noll und Peter Keilmann. Als Aufnahmegebühr wurde 1 Mark erhoben und als Monatsbeitrag 0.20 Mark festgesetzt.

In den ersten 3 Jahren seines Bestehens wurde an den Sonntagen der Sommermonate Ausflüge in den Odenwald unternommen.
Im Jahre 1906 wurde ein Vereinsbanner angeschafft, das von der Fa "Ludwig" in Frankenthal angefertigt wurde. Die Einweihung fand im Mai, und somit das erste öffentliche Auftreten des Vereins mit einheitlicher Kleidung statt.

1908 feierte der Verein sein 5 jähriges Bestehen. Man beteiligte an vielen Korsofahrten , und erzielte hierbei sehr schöne Preise.
Nach Beendigung des Krieges 1914/18 wurde der fast eingeschlafene Verein wieder ins Leben gerufen. Am 3. August 1919 fand die erste Versammlung nach dem Kriege statt, in dem beschlossen wurde die errungenen Preise zu verteilen. Man hatte die Meinung der Verein würde ganz einschlafen. Hier war es das Mitglied Philipp Engler der die Initiative ergriff. 

Am 9 Mai 1920 fand die erste Generalversammlung statt. 1. Vorsitzender wurde PH. Engler, der seitherige Vorsitzender J.Mich. Gebhardt wurde Ehrenvorsitzender. 

In der Generalversammlung am 25. Dezember 1920 wurde beschlossen, das Wort "Freie" aus dem Banner zu entfernen, und ihm den Namen "Radfahrervereinigung 03 Bürstadt" zu geben. 
1921 machte der Verein wieder seine ersten Ausfahrten in Sportbekleidung und trat der Interessengemeinschaft (Sitz Worms) bei. Bei den meisten Korsofahrten stand der Verein an erster Stelle und erzielte manch wertvolle Preise. Am 30. Juli hielt der Verein sein erstes Saalsportfest im Saale von Valentin Heiser (Drei Hasen) ab. 
Am 25. Januar 1922 in der Generalversammlung wurde Thomas Götz zum Vorsitzenden gewählt, Philipp Engler wurde Ehrenvorsitzender. Am 20. August desselben Jahres wurde das erste öffentliche Straßenrennen veranstaltet, an dem sich 79 Rennfahrer beteiligten.
Neuer Vorsitzender wurde in der Generalversammlung, am 7. Januar 1923, Johann Ofenloch.

Im Jahre 1924 wurde ein prachtvoller Schrank zum Aufbewahren der errungenen Preise angeschafft. Am 17 August fand ein Internes Sportfest statt, bei dem die Frauen und Jungfrauen des Vereins eine von ihnen gestiftete Bannerschleife überreichten
Eine der größten Tätigkeiten, entfaltete der Verein im Jahre 1925. In der Generalversammlung, wurde beschlossen ein größeres Radsportfest zu veranstalten. Die außerordentliche Generalversammlung fand am 4. April statt. Der seitherige Vorsitzende Johann Ofenloch, hat sein Amt niedergelegt, für ihn wurde Jakob Kilian zum Vorsitzenden gewählt. Das beschlossene Fest im Bürstädter Wald, fand am 16 Mai statt, bei dem sich 33 auswärtige Vereine beteiligten. Es war ein schönes Fest, bei dem derVerein finanziell recht gut abgeschlossen hat. Mit diesem Geld wurden 8 Saalräder und zwei Einräder gekauft. Am 30. August erhielt der Verein zum erstenmal den Bundeswanderpreis in der Klasse A. 1927 erhielt der Verein zum dritten Mal den Bundeswanderpreis, der damit in sein Eigentum übergegangen ist

Am 9. & 10. Juni 1928 fand das 25 jährige Vereinsjubiläum auf dem Waldfestplatz statt, die sportlichen Leistungen der Kunst- und Reigenfahrer hielt bis 1935. 

 

 

Postkarte 1927/28

Unsere Vereinsgeschichte (1946 - 1991)

Die Satz- und Wortformulierungen unserer Chronik sind teilweise nicht mehr zeitgemäß, weil sie aus älteren Chroniken übernommen wurden.

In der ersten Versammlung nach dem Kriege, wurde Theodor Held zum ersten Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Leitung, verzeichnete der Verein eine gute Aufwärtsentwicklung. Am 30.IX.46 fand das erste Straßenrennen um die Vereinsmeisterschaft statt. In einer Sitzung am 1.06 47 wurde die alte Frage (von 1933) den Bau einer Radrennbahn in den Vordergrund gestellt. 

Am 15.06.46 fand eine außerordentliche Versammlung statt, wobei sich alle Anwesenden für den Bau einer Radrennbahn ausgesprochen haben. 
Das erste Bahnrennen wurde 1948 auf der Aschenbahn des VFR Sportplatzes abgehalten. 
Der 9.Juli 1950, wurde zu einem Volksfest, denn an diesem Tag wurde die Radrennbahn in Bürstadt eingeweiht. Fahrer wie Renz, Roth und Rudi Altig (spätere Weltmeister) haben mit in Bürstadt ihre ersten Rennen bestritten. Im Jahre 1951 beteiligte sich der Verein mit fast 100 Personen beim Schmuckkorso in Mannheim, und wurde dabei Bundessieger. 
Das 50 jährige Vereinsjubiläum wurde am 27.,28., und 29 Juli 1953 in einem großen Zelt auf dem Marktplatz gefeiert. Das zu diesem Anlass veranstaltete Jubiläumsrennen wurde zu einem großen Erfolg. 

Nach der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Bürstädter Vereine trat die Radfahrer Vereinigung 03 sofort bei. 
In den folgenden Jahren blühte das Vereinsleben weiter auf. Es fanden jeweils 2 bis 3 Radrennen statt, die Wanderfahrten wurden ins Leben gerufen und man beteiligte sich wieder am Korsofahren, wobei mehrmals der 1. Sieger gestellt wurde. 
Durch die Anschaffung von 6 neuen Kunsträdern wurde dann auch unter der aufopfernden und unermüdlichen Leitung des 1. Vorsitzenden Theodor Held, wieder der Hallenradsport aktiv. Der Verein errang bereits im Jahre 1955 den Bezirksmeistertitel und wurde Vize-Hessenmeister im Schülerbereich. Im Jahre 1956 wurden die Erfolge gekrönt mit der Erringung der Bezirksjugendmeisterschaft im 6er Kunstradfahren, sowie der Vize-Hessenmeisterschaft. 
Der große Coup gelang dann 1958 als die 6er Jugendmannschaft 1. Hessenmeister wurde. 
1961 wurden die Straßenrennen als Rundstreckenrennen wieder ins Leben gerufen. „Rund um den Bildstock“, „Rund um den Bennebuckel“ wurden in den folgenden Jahren zu festen Begriffen im Straßenrennsport. 

Nach dem gelungenen Bau des Kampfrichterstandes mit Jugendheim auf der Radrennbahn fanden sich im Jahre 1962 die damalig amtierenden Weltmeister auf unserer Bahn zu einem Rennen ein. Auch die späteren Weltmeister Renz, Roth und Rudi Altig fuhren in Bürstadt mit ihre ersten Rennen. 
Nach gründlicher Renovierung der Bahn wurde 1968 der Bau der Bahnbrüstung vorgenommen. Somit war die Gewähr auch für größere Rennen gegeben. So fanden dann auch bereits 1969 die Hessenmeisterschaften auf der Bürstädter Bahn statt. 1971 wurde das erste Steherrennen ausgetragen. Die bisherigen guten Erfolge krönten die Straßenfahrer Dieter Baierle und Roland Massoth durch die Erringung der Bezirks- und hessischen Vize-Meisterschaft. 
Um dem nun immer mehr in den Vordergrund tretenden Breitensport auch Rechnung zu tragen wurde 1972 das 1. Volksradfahren veranstaltet, was in all den weiteren Jahren zu einem festen Bestandteil der Jahresveranstaltung gezählt werden kann.

Diese Jedermannveranstaltung wurde seither jährlich durchgeführt. 
Im Jahre 1973 fanden die Hessischen Schülermeisterschaften auf der Bahn unter Beteiligung von Fahrern der RV03 statt. 
Der langgehegte Wunsch, der Bau eines eigenen Vereinsheimes ging endlich im Jahre 1975 in Erfüllung. Als großes Ziel hatte sich der Verein nun noch den Bau einer eigenen Trainingshalle vorgenommen, denn die Erfolge der Kunstradfahrer Mitte der 70er Jahre berechtigten dieses große Vorhaben. Unter ihren Trainern Walter Winkler und Alwin Molitor sind diese Jahre als Höhepunkte in die Vereinsgeschichte eingegangen. So erreichten im Jahre 1975 die Jugendlichen Andrea Engert, Maria Heiser, Manuela Biereth, Cornelia Molitor, Renate Neumann, Monika Litters, Hermann Hofmann, Manfred Heiser, Lothar Goll und Hubert Eberle nicht nur Spitzenplätze bei den Bezirksmeisterschaften sondern auch bei den Hessen- und Deutschen Meisterschaften hervorragende Plazierungen. 

 


Theodor Held


Kunstradfahren in frühen Jahren


Der Bau der Radrennbahn in Bürstadt


Straßenrennen in Bürstadt


Kunstradfahren...


...auch im alter noch beliebt.


Radrennsport in Bürstadt in den 70er Jahren

In den Folgejahren wurden diese Erfolge noch übertroffen. 1976 konnten sich die 4er Schülerinnenmannschaft mit M. Heiser, W. Jakob, M. Biereth und A. Engert und die 4er Mannschaft bei den Junioren ( H. Hofmann, L. Goll, M. Heiser und H. Eberle) jeweils die Tietel des Hessenmeisters sichern. 
Die Junioren verteidigten 1 Jahr später ihren Landesmeistertitel, sie wurden Südwestdeutscher Meister und belegten den 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Straubing. 
Der Elitemannschaft gelangen im damaligen Jubiläumsjahr (1978) neben dem erneuten Sieg bei der Hessenmeisterschaft auch der bislang größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Bei den Deutschen Meisterschaften in Marburg erreichten sie die Vize-Meisterschaft. 

Anlässlich des Hessentages 1981 in Bürstadt wurde auf der Radrennbahn das letzte Radrennen veranstaltet. Der RV 03 Bürstadt hatte zu diesem Zeitpunkt keine Radrennsportler mehr zur Verfügung. Außerdem verlagerten sich die Radrennen zunehmend auf die Straßen. 
Ab dem Jahre 1982 hatte der Verein sein sportliches Angebot um eine zusätzliche Abteilung erweitert. Für die neugegründete Abteilung BMX wurde kurze Zeit später eine neue Bahn im Außenbereich der Radrennbahn gebaut, die auch überregionale Rennen zulies. Unter der Leitung der damaligen Fachwarte Hermann Hofmann jun. und Andreas Mallig konnte die RV03 mit Marc Wakelin und Markus Weinz erfolgreiche Sportler bei den Deutschen Meisterschaften präsentieren. 
Als 1986 die Weltmeisterschaften im Kunstradfahren in Ludwigshafen stattfanden konnten in der Bobstädter Sporthalle WM-Teilnehmer aus der USA, Kanada, Malaysia, Hongkong und Australien zu einem Schaufahren begrüßt werden. 

Im Folgejahr wurden erstmals die Bürstädter Pokalwettbewerbe im Kunstradfahren in der Sporthalle der Erich Kästner Schule ausgetragen. Die seit 1990 in Theodor-Held-Gedächtnispokal umbenannte Veranstaltung, lockt jährlich über 200 Kunstradsportler aus den angrenzenden Bundesländern in die Riedgemeinde. 
Das Aus für den Bau einer internationalen BMX-Bahn im Innenraum der Radrennbahn kam im Jahre 1988. Im gleichen Jahr wurde eine weitere Abteilung gegründet. Mit Walter Rißberger als Fachwart Radtouristik wurde die 1. Ried-Odenwald-Tour ins Leben gerufen. Auf mehreren angebotenen Strecken ging es durch das Ried bzw sogar tief in den Odenwald. Bis heute erfreut sich diese jährlich stattfindende Veranstaltung immer größerer Beliebtheit mit bis zu 500 Teilnehmern. 
Als Nicole Winkler 1990 ihren ersten Hessenmeistertitel im Kunstradfahren holte saß sie bereits 5 Jahre im Sattel eines Kunstrades und konnte bis dahin schon mehrere Kreis- und Bezirksmeistertitel verbuchen. Im gleichen Jahr wurde sie 4. bei den Deutschen Meisterschaften.
 
1991 ging in Bürstadt ein Stück Radsportgeschichte zu Ende. Wegen zu geringer Nutzung und zu hoher Renovierungskosten, wurde die Radrennbahn abgerißen. 
1991 richtete die Radfahrer Vereinigung die Bezirksmeisterschaften im Kunstradfahren aus. Als Vize-Hessenmeisterin erreichte Nicole Winkler in diesem Jahr ihren größten Erfolg. Bei den Deutschen Schülermeisterschaften im nordhessischen Korbach durfte sie bei der Siegerehrung das Podest besteigen und wurde mit dem 3. Platz ausgezeichnet.